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EnglischDas Wort englisch (bzw. Englisch) bezeichnet:
- aus oder bezogen auf England (oder fälschlicherweise das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland)
- die englische Sprache, siehe auch: Hiberno-Englisch, Modernes Englisch, Pitcairn-Englisch, Englische Sprache in anderen Sprachen, Chinglish, Denglisch, Britisches Englisch, Kanadisches Englisch, Australisches Englisch, Neuseeländisches Englisch, Amerikanisches Englisch
- das Studium der Anglistik
- eine Eröffnung im Schach, siehe Englische Eröffnung
- die Dauer/Art, ein englisches Steak in der Pfanne zu braten,
- eine Spielvariante des Tischtennis, siehe Englisch (Tischtennis)
- Englisch für die Schule, Schulfach
Personen
- Lucie Englisch ( - 1906)
- Berthold Englisch ( - 1851)
- Andreas Englisch ( - 1963) deutscher Journalist
simple:English
th:อังกฤษ
England
England ist das größte und am dichtesten besiedelte Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland.
Fälschlicherweise wird England oft als Synonym für den Staat des Vereinigten Königreichs oder die Insel Großbritannien gebraucht.
Geografie
England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal.
Politik
Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. England hat - im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland - kein Landesparlament oder eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Dabei ist es heute üblich, dass sich bei Abstimmungen im Parlament, die nur England betreffen, die Abgeordneten der anderen Landesteile ihrer Stimme enthalten. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen (Devolution).
Siehe auch: Liste der britischen Premierminister.
Heraldik
Liste der britischen Premierminister
Die englische Flagge, bekannt als St. Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund.
Weitere heraldische Symbole sind die Tudor-Rose und die Drei Löwen.
> Konstitutionelle Demokratie
Geschichte Sport Verwaltungsgliederung
Die 39 historischen Grafschaften (engl. Counties)
Diese 39 historischen Grafschaften bestehen seit dem hohen Mittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.
- Siehe Traditionelle Grafschaften Englands
Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung
Traditionelle Grafschaften Englands
Traditionelle Grafschaften Englands
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 (historischen) Grafschaften (Counties). So wurde z.B. 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden 6 Metropolitan Counties und die so genannten Non-Metropolitain Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden (so auch Rutland oder Westmorland). Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitain Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer "zweistufigen Verwaltung" (1. Stufe Grafschaften; 2. Stufe Districs)
1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitain Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitain Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Districs erledigen ("einstufige Verwaltung"). In ihrer Funktion können die Metropolitain Districts seither als "Unitary Authorities" bezeichnet werden. Dennoch wurde die Bezeichnungen der 6 Metropolitain Counties beibehalten und ist seither aber nur noch für die Beschreibung der geografischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung.
Zahlreiche Non-Metropoltain Distrikts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitain Districts vergleichbar.
Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu 9 Regionen zusammen gefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.
Großstädte
Verwaltungsgrafschaften Englands
In der englischen Sprache macht man einen Unterschied zwischen den Begriffen City und Town, was, ins Deutsche übersetzt, beides "Stadt" bedeutet.
Das Recht, als "City" bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die so genannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende
Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine Hereford mit nicht einmal 60.000 Einwohnern eine "City" darstellt, ist Stockport mit seinen 285.000 Einwohnern "Town".
Die folgende Liste der "Großstädte" Englands beinhaltet auch die so genannten Metropolitan Boroughs. Manche dieser einzelnen Verwaltungsbezirke bestehen aus mehren Städten ("Town" oder "City"). So besteht der Metropolitan Borough Salford aus der City of Salford und anderen Städten, die man als "Town" bezeichnet, während der Metropolitan Borough Manchester lediglich aus der City of Manchester besteht. Diese Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten, die man mit unseren kreisfreien Städten vergleichen kann.
Metropolitan Boroughs fasst man in England zu Metropolitan Counties zusammen, die allerdings als Gebietskörperschaften keine Rolle mehr spielen. (Mehr dazu siehe: Verwaltungsgliederung Englands).
Siehe auch: Greater London, Unitary Authority
Die größten städtischen Verwaltungsbezirke in England mit mehr als 200 000 Einwohner (gemäß dem UK Census 2001 in tausend) sind:
- London (7 172)
- Birmingham (977)
- Leeds (715)
- Sheffield (513)
- Bradford (468)
- Liverpool (439)
- Manchester (393)
- Kirklees (389)
- Bristol (381)
- Wakefield (315)
- Wirral (312)
- Dudley (305)
- Wigan (301)
- Coventry (301)
- Doncaster (287)
- Stockport (285)
- Sefton (283)
- Sandwell (283)
- Sunderland (281)
- Leicester (279)
- Nottingham (266)
- Bolton (261)
- Newcastle-upon-Tyne (260)
- Walsall (253)
- Rotherham (248)
- Kingston upon Hull (244)
- Stoke-on-Trent (241)
- Plymouth (240)
- Wolverhampton (237)
- Derby (222)
- Barnsley (218)
- Southampton (217)
- Oldham (217)
- Salford (216)
- Tameside (213)
- Trafford (210)
- Milton Keynes (210)
- Rochdale (205)
- Solihull (200)
Kultur
Das Gärtnern ist eine englische Leidenschaft; es stehen auch eine Vielzahl von Gärten für die Besichtigung offen.
Weblinks
als:England
ja:イングランド
ko:잉글랜드
ms:England
simple:England
th:แคว้นอังกฤษ
zh-min-nan:England
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
__TOC__
Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste.
Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen.
Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry.
Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien
Klima und Vegetation
Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden.
Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten.
Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut.
Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.
Bevölkerung
Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner.
Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.
Sprachen
Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.
Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language.
Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall).
Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)
Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten:
Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Inder (über 1 Million - 2001)
Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.
Pakistaner (747.285 - 2001)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.
Bengalen (283.063 - 2001)
Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime.
Chinesen (247.403 - 2001)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens.
Sinti & Roma (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion.
Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
- Church of England (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
- Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
- Methodistische Kirche
- Wales die
- Church in Wales (Anglikanisch)
- United Reformed Church (Reformiert)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- Nordirland die
- Church of Ireland (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Verschiedene Presbyterianische Kirchen
Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden).
Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.
Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet.
Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005
Politik
Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung.
Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.
Militär
Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird.
Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties).
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man
Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten.
Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.
Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie
Infrastruktur
Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung.
Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert.
Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden.
Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester.
Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen.
Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten.
Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.
Siehe auch
- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland
Wirtschaft
Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas.
In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin.
Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).
Kultur
Höchste Bauwerke
- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter
Weitere Themen
- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus
Weblinks
Geschichte Großbritanniens
- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)
Landschaft und Natur
- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)
Politik
- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)
Institutionen
- http://www.statistics.gov.uk/products/p5703.asp – Britain 2004: Das offizielle Jahrbuch über Großbritannien
- http://www.agf.org.uk – Anglo-German Foundation (Deutsch-Britische Stiftung)
- http://www.gbf.com – Deutsch-Britisches Forum
- http://www.britischebotschaft.de/ – Britische Botschaft in Berlin
Reisen
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=189 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.nationalexpress.com – National Express: bekanntester britischer Reisebus-Service (englisch)
- http://www.schottlandportal.de/ – Schottland: Portal und Informationsseite zu Urlaub, Reisen, Land und Leute
- http://www.vereinigtes-königreich.de/ – Vereinigtes Königreich
Vermischtes
- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GBR,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Großbritannien
- http://www.career-contact.de/laenderinfos/grossbritannien/uebersicht.php – Jobs und Praktikum in Großbritannien - Das Infoportal
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
als:Grossbritannien und Nordirland
ja:イギリス
ko:영국
ms:United Kingdom
simple:United Kingdom
th:สหราชอาณาจักร
zh-min-nan:Liân-ha̍p Ông-kok
Hiberno-EnglischAls Hiberno-Englisch oder irisches Englisch (seltener, und fälschlicherweise, „anglo-irisch“) werden zusammenfassend die regionalen Varianten der englischen Sprache bezeichnet, die auf der irischen Insel gesprochen werden.
Man muss diesen Begriff jedoch vom Begriff „Anglo-Irisch“ unterscheiden, der im Bereich der Literaturwissenschaft verwendet wird.
Entstehung und Geschichte
Das Englische wurden in Irland in zwei Hauptphasen eingeführt. Zum ersten Mal wurde es ab dem späten 12. Jahrhundert von denjenigen Soldaten und später auch Siedlern mitgebracht, die sich der englischen (und nicht der normannischen oder walisischen Sprache) bedienten. Die daraus entstandenen Dialekte basieren aus zeitlichen Gründen auf dem Mittelenglischen, vor allem weil der Kontakt nach England auf Dauer recht spärlich blieb. Da sich die Kulturpolitik der Anglo-Normannen bzw. Engländer zu dieser Zeit jedoch von geringen Erfolgen gekrönt sah – die meisten neuen Siedler übernahmen nicht nur die einheimischen Sitten, sondern auch die irische Sprache – blieb diese Variante des Englischen auf einige Gebiete entlang der Ostküste Irland beschränkt. Bis ins 18. bzw. sogar 19. Jahrhundert überlebten zwei dieser altertümlichen Dialekte: in einem kleinen Gebiet nördlich von Dublin sowie in der Region Forth and Bargy in der Grafschaft Wexford.
Die aus heutiger Sicht weit bedeutendere Phase der Einführung des Englischen in Irland begann im 16. Jahrhundert mit den so genannten Plantations. Diese führten zu einer dauerhaften Ansiedlung englischsprechender Familien in einem Großteil des Landes. Da es sich um neue Siedler handelte, sprachen diese das zeitgenössische Frühneuenglisch und nicht, wie die früheren Siedler gleicher Herkunft, lokale Varianten des Mittelenglischen. Als Abgrenzung werden letztere daher in den Quellen wie in der Forschung häufig als Old(e) English bezeichnet. Auf dieses Frühneuenglische gehen letztlich alle heutigen Varianten des Hiberno-Englischen, mit Ausnahme des Ulster Scots, zurück. Regional unterschiedlich ist jedoch der spätere Einfluss anderer britischer Dialekte. Insbesondere im Nordosten waren durch die Ansiedlung nordenglischer und schottischer Familien die nordenglischen und schottischen Dialekte von großem Einfluss. Einige Forscher unterscheiden daher – neben dem Ulster Scots – sogar zwei grundsätzlich getrennte Dialekte des Hiberno-Englischen, die südliche Variante, die aus dem Südenglischen des 16. Jahrhunderts entstand, und die nördliche Variante, die aus dem Nordenglischen des 17. Jahrhunderts entstand. Die tatsächliche Entwicklung mag in der Mitte liegen, d. h., die nördlichen Dialekte speisen sich aus beiden Quellen.
Die zweite bedeutende Einflussquelle ist das Irische, das im Allgemeinen als Substrat des Hiberno-Englischen angesehen wird. Das konkrete Ausmaß des Einflusses ist jedoch umstritten, da es trotz der relativ guten Quellenlage für das Frühneuenglische häufig schwierig zu bestimmen ist, ob eine bestimmte grammatische Konstruktion oder Phrase aus dem älteren Englisch stammt oder aber eine entsprechende Bildung im Irischen nachahmt. Dennoch kann die Herkunft einiger Merkmale der Syntax, der Phonetik und des Wortschatzes aus dem Irischen zweifelsfrei nachgewiesen werden.
Aussprache
Hiberno-Englisch behält viele phonemische Unterschiede, die in anderen englischen Dialekten verschwunden sind.
- 'r' wird immer ausgesprochen, egal wo es im Wort vorkommt, was Hiberno-Englisch zu einem rhotischen Dialekt macht.
- Die Unterscheidung zwischen w [w] und wh [ʍ] wie bei wine und whine bleibt erhalten.
- bei der Aussprache des present participle ("ing-form") wird das 'g' nicht gesprochen; also "sayin'" anstatt "saying"; "goin' " anstatt "going" usw.
- Anstatt der zweiten Person Plural "you" (Nominativ) wird oft "yis" verwendet (auch in der geschriebenen Sprache); also anstatt "Are you proud of it?" "Are yis proud of it?".
- Anstatt der zweiten Person "you" (Akkusativ) wird oft "ye" verwendet (auch in der geschriebenen Sprache); also anstatt "God bless you" "God bless ye".
Literatur
- Joyce, Patrick Weston, English as We Speak It in Ireland, Dublin 1910.
- Bliss, Alan, Spoken English in Ireland 1600 - 1740, Dublin 1979.
- Dolan, T.W., Ó Muirithe, Diarmaid, The Dialect of Forth and Bargy, Co. Wexford, Ireland, Dublin 1996.
- Tristram, Hildegard (Hrsg.), The Celtic Englishes I - III (Konferenzbände), Heidelberg 1997-2003. (Teil IV erscheint noch)
- Filppula, Markku, The Grammar of Irish English. Language in Hibernian Style, London, New York 1999.
- Dolan, Terence Patrick; Paulin, Tom, A Dictionary of Hiberno-English, Dublin 1999.
Weblinks
- http://www.hiberno-english.com/ - Seite zu Hiberno-Englisch
- http://www.at.artslink.co.za/~gerry/irish.htm - Everyday english and slang in Ireland
- http://www.irishabroad.com/Culture/Slang/ - Irish slang
Kategorie:Englischvariante
Kategorie:Regionalsprache
Modernes EnglischModernes Englisch oder Neuenglisch ist die Form der englischen Sprache, wie sie etwa seit dem 18. Jahrhundert in Gebrauch ist.
Noch im 16. und 17. Jahrhundert wurde Englisch fast ausschließlich in England und teilweise in Schottland, Irland und Wales gesprochen. Heute ist es eine internationale Sprache, die als Muttersprache von über 340 Millionen Menschen auf den Britischen Inseln, in Teilen Kanadas, den Vereinigten Staaten von Amerika, Australien und Neuseeland gesprochen wird. Es dient als offizielle Sprache für Unterricht und Verwaltung in vielen anderen Ländern, wie Indien und Pakistan, sowie weiteren afrikanischen und asiatischen Staaten.
Die große Zeit der Grammatiker und Lexikografen war das späte 17. und das 18. Jahrhundert. Dr. Samuel Johnsons "Dictionary of the English Language" erschien 1755 nach mehr als acht Jahren der Vorbereitung und blieb lange Zeit vorbildhaft. Die strikte Wortstellung Subjekt-Verb-Objekt, die im Altenglischen nur in Hauptsätzen üblich war, wird im modernen Englisch zwingend.
Das moderne Englisch wird vor allem durch folgende Erscheinungen charakterisiert:
- eine starke Assimilation von fremdem Wortgut; das Neuenglische entlehnte im Laufe seiner Entwicklung Wörter aus mehr als 50 Sprachen, darunter aus anderen europäische Sprachen wie Italienisch (volcano, violin), Spanisch (alligator, sombrero), Portugiesisch (fetish, tank), Deutsch (kindergarten, zeitgeist), Schweizerdeutsch (putsch, muesli), Russisch (samovar, troika), aber auch aus dem Arabischen (magazine, coffee), Persischen (naphtha, chess), Hindi (guru, chutney), dem Japanischen (sake, soy), Chinesischen (sampan, ginseng), indianischen (coyote, wigwam) und australischen (kangaroo, boomerang) Sprachen.
- die Konversion, d.h. den Übergang von einer Wortart in die andere, ohne formale Änderung; dies wird auch als "grammatische Homonymie" bezeichnet.
Beispiel: like
Substantiv: I never saw his like
Präposition: Behave like a man.
Verb: Do you like music?
Partikel: I have like three hours of homework! (umgangssprachlich)
- Wortverbindungen in festen Fügungen, die als "idioms" bzw. "phrasal verbs" von Nicht-Muttersprachlern gelernt werden müssen.
Beispiele:
take up aufnehmen, einnehmen usw.
take in lernen, verstehen, täuschen usw.
take on einstellen, übernehmen usw.
take off ausziehen, abheben usw.
- Eine historische Orthografie, die im wesentlichen den Lautstand des Spätmittelenglischen widerspiegelt.
Vor allem die frühneuenglische Vokalverschiebung (Great Vowel Shift) führte dazu, dass das Schriftbild in vielen Fällen nicht mehr der Aussprache entspricht. Man kann aus der Schreibweise in vielen Fällen nicht mehr die Aussprache erkennen und vom gesprochenen Wort nicht mehr auf die Schreibweise schließen. George Bernard Shaw hatte einmal sarkastisch ghoti als denkbare Schreibweise für das Wort fish vorgeschlagen: gh wie in cough (husten), o wie in women (Plural) und ti wie in nation). Tatsächlich wird z. B. der Laut [f] in der englischen Orthografie durch vier verschiedene Schreibweisen (f, ff, gh, ph) repräsentiert. Dennoch sind alle bisherigen Bemühungen um eine durchgreifende Orthografiereform gescheitert.
Literatur
- Koziol, Herbert: Grundzüge der Geschichte der englischen Sprache. - 3., durchges. Aufl.. - Darmstadt : Wiss. Buchges., 1984. ISBN 3-534-04449-5.
- Leisi, Ernst: Das heutige Englisch : Wesenszüge und Probleme. - 7., neubearb. Aufl.. - Heidelberg : Winter, 1985. ISBN 3-533-03400-3.
Weblinks
- Umfangreiche Liste von im Englischen verwendeten deutschen Wörtern, alphabetisch sortiert (Seite ist auf Englisch verfasst):
- http://germanenglishwords.com/
- Kleine Aufstellung häufiger im Englischen benutzter Wörter deutschen Ursprunges (Seite ist auf Englisch verfasst):
- http://www.daube.ch/opinions/sprache06.html
Kategorie:Englische Sprache
Kategorie:Sprachstufe
Pitcairn-EnglischDas Pitcairn-Englisch („Pitkern“) ist eine auf der Insel Pitcairn existente Kreolsprache, die auf einem Dialekt des Englischen des 18. Jahrhunderts und dem Tahitianischen dieser Epoche basiert.
Die (nahezu) gleiche Sprache wird auch von den 1856 auf die Norfolkinsel umgesiedelten Pitcairnern, den Norfolkern gesprochen, dort unter der Bezeichnung Norfolk-Englisch, „Norfuk“.
Der language code nach ISO 639-2 ist cpe, der SIL-Code lautet PIH.
Geschichte der Sprache
Nach der Meuterei auf der Bounty segelten die Meuterer nach Tahiti, wo ein Teil von ihnen das Schiff verließ (und später gefangengenommen wurde). Der Rest, unter der Führung von Fletcher Christian, segelte zusammen mit etlichen Polynesiern fort und ließ sich letztlich auf Pitcairn im Südpazifik nieder.
Da die Mannschaft der Bounty kein Tahitianisch, die Bevölkerung Tahitis aber kaum Englisch verstand, bildete sich als Kommunikationsebene ein Pidgin, „Pitcairn-Englisch“, heute Pitkern, dessen Entwicklung (falls überhaupt) ab diesem Zeitpunkt faktisch unabhängig vom Englischen verlief.
Beispiele
Weblinks
- [http://www.lareau.org/pitlang2.html Lareau.org]
Kategorie:Pitcairninseln
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Pidgin- und Kreolsprachen
ja:ピトケアン語
Denglisch
Denglisch, auf Englisch Germish, ist ein Kunstwort, das sich aus Deutsch und Englisch zusammensetzt. Der Begriff beschreibt die Form der Umgangssprache, die entsteht, wenn englische Ausdrücke und Wörter in deutsche grammatische Konstruktionen eingebaut werden. Meist wird der Begriff abwertend verwendet.
Entwicklung und Beispiele
Manche Anglizismen werden als verwirrend empfunden, weil im Zuge der sprachlichen Assimilation noch nicht genug Zeit vergangen ist, die Stufe von Lehnwörtern zu erreichen, d. h. über die anzuwendenden Beugungsregeln und das Wortgeschlecht besteht noch keine allgemeine Übereinkunft.
Hinzu kommt, dass sprachlich weniger sensibilisierte Menschen dazu neigen, wörtlich zu übersetzen und dabei in Übersetzungsfallen tappen (z. B. Datenkorruption von data corruption = „partieller Datenverlust“; Korruption bedeutet im Deutschen aber „Bestechlichkeit, Vorteilsnahme“). Diese Entwicklung ist auch bei vielen Journalisten zu beobachten, die aus englischsprachigen Ländern berichten. Beispielsweise wird administration in the Bush administration oft zu „Bush-Administration“ statt zu „Regierung Bush“ (dabei ist Administration im Deutschen ein Fremdwort für „Verwaltung“).
Aufgrund der Vorherrschaft der englischen Sprache in der Wirtschaft, der Popmusik und der Welt der Rechner sind vor allem in den dort gesprochenen Jargons Konstruktionen zu finden, in denen in einem Satz mehrmals vom Deutschen ins Englische und zurück gewechselt wird:
:„Ich musste die Harddisk neu formatieren, weil der falsch gesteckte Jumper zur Datenkorruption geführt hat und die Maschine gecrasht ist.“
Auch in der Werbung werden häufig Schlagwörter mit gutem Klang verwendet, deren Bedeutung aber aufgrund mangelnder Übersetzungsgrundlage meist unklar ist. Man vergleiche den Wandel des Ausdrucks „Kundendienst“ zu „Service“. Unterstützt wird diese Entwicklung von vielen großen Unternehmen. So werden neue Verfahren und Erfindungen oft auf Englisch benannt und abgekürzt; die Vorteile, die einheitliche Produktbezeichnungen in den Herstellungs- und Vermarktungsprozessen einer globalisierten Wirtschaft aufweisen, macht diese Vorgehensweise jedoch teilweise nachvollziehbar. Mitunter werden aber auch deutsche Abkürzungen in den anglo-amerikanischen Sprachraum übernommen.
Denglisch stößt vor allem dann auf Kritik, wenn Konzerne wie z. B. die Deutsche Telekom AG oder die Deutsche Bahn AG für ihre zum Teil schon lange bestehenden und ohnehin nur national verfügbaren Tarife und Dienstleistungen immer öfter englische Begriffe (oder auch Scheinanglizismen) verwenden. Diesen Unternehmen wird häufig vorgeworfen, sie seien „Sprachpanscher“ und in erster Linie bei der Namensgebung innovativ, während es um Qualität oder/und Preis-Leistungs-Verhältnis oftmals umso schlechter stehe, je „moderner“ ein Produkt benannt werde. Es werde also, wie es im Volksmund heißt, im besten Fall „alter Wein in neuen Schläuchen“ verkauft.
In früheren Jahren wurden aus Fach- oder Sozialjargons importierte Wörter in ihrer Schreibweise dem Deutschen oft angepasst und erfuhren in manchen Fällen auch einen Bedeutungswandel. Beispiele für Anpassungen sind Costume zu „Kostüm“, Couvert zu „Kuvert“, Cakes zu „Keks“ oder auch Disquettes zu „Disketten“. Heute verzichtet man, gerade bei Begriffen aus dem Englischen, weitgehend auf solche Anpassungen. So konnte sich die in den 1980er Jahren vorgeschlagene Variante „Komputer“ nicht durchsetzen; die lautgerechte Schreibweise Kompjuter war ebenfalls nicht in der Lage, sich im allgemeinen Sprachgebrauch einzubürgern.
Das Bestreben vieler Wirtschaftsunternehmen im deutschsprachigen Raum, sich möglichst weltoffen und international darzubieten, aber auch die in der Jugendsubkultur schon länger vorhandene Neigung zu Anglizismen führte zur Aufnahme dieser Entwicklung durch die Werbewirtschaft und die Medien. Das hatte wiederum die Folge, dass sich die restliche Wirtschaft und große Teile der Bevölkerung der Entwicklung anpassten. Das seit den 1990er Jahren verstärkte Einsickern englisch klingender Begriffe in alle Lebensbereiche erhielt noch einen Schub durch den von Fachbegriffen angeführten Aufschwung des PC-Marktes, die schnelle Verbreitung des Internets und die damit verbundene Beschäftigung mit Informatik und angrenzenden Wissensgebieten.
Die häufige Verwendung solcher aus dem Englischen entlehnten Wörter ohne Beachtung des im englisch/nordamerikanischen Sprachraum zugehörigen pragmatischen Kontextes zeigt häufig Ergebnisse, die der ursprünglichen Absicht eher nicht entsprechen und von jenen, die Englisch als Muttersprache haben, belächelt werden. Beispielsweise bewarb ein deutsches Unternehmen eine Umhängetasche als body bag, was im englischen Sprachgebrauch Leichensack bedeutet.
Anders beeinflusst, aber mit dem gleichen Ergebnis, waren auch die Versuche der DDR, internationale Anerkennung durch die Einführung derartiger Begriffe in die Umgangssprache zu gewinnen. Das bekannte und von Westdeutschen oft belächelte Broiler für Brathähnchen ist nur ein Beispiel dafür. (Broiler ist allerdings keine DDR-Erfindung, sie wurde auch in anderen Ländern in den offiziellen Wortschatz aufgenommen, z. B. in Norwegen, zumindest im Bokmål.)
Die mit der Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft einhergehende Festsetzung englischer Fachbegriffe als Norm und deren Verwendung auch in der Verkehrssprache im deutschen Wirtschaftsraum empfinden viele Menschen inzwischen als unangenehm und sehen darin teilweise Gefahren für die deutsche Sprachkultur.
Der mitunter als unmotiviert und unpassend wahrgenommene Einsatz englischer Wörter formt keineswegs eine sich entwickelnde eigene konstruierte Sprache, da keine allgemein verbindlichen grammatischen Regeln oder auch nur eine Grundübereinkunft über die Verwendung, Grammatik und Orthographie bestehen.
Beispiele: „Ich habe gedownloadet“ wird (unter anderem in Veröffentlichungen von Microsoft gemäß den hauseigenen Stilrichtlinien, die bis Herbst 2005 galten) genauso häufig verwendet wie die (unter anderem laut Duden) korrekte Form „Ich habe downgeloadet“ (diese Form folgt den Konjugationsregeln der deutschen Sprache [down = herunter + geloadet = geladen]), der deutsche Ausdruck ist hingegen „Ich habe heruntergeladen“. Das Unternehmen hat jedoch kürzlich auf nach eigenen Angaben häufig geäußerte Kritik an „downloaden“ und „uploaden“ reagiert und schreibt nun für neue und aktualisierte Publikationen und Produkte die Formen „herunterladen“ bzw. „hochladen“ vor. Die URL (wegen die Internetadresse) wird fast ebenso häufig gesagt wie der URL (wegen der als maskulin empfundenen Endung von locator), wenn von der normierten Einheitsform einer Internetadresse gesprochen wird, obwohl heute das Kürzel URI als besser angesehen wird.
Sonderfall „Handy“
Ein bekanntes, aber eigentlich falsches Beispiel stellt das Wort Handy dar. Das Wort „Handy“ als Bezeichnung für ein Mobiltelefon ist ein Scheinanglizismus, es wird im englischsprachigen Raum zwar nicht als Bezeichnung für ein Mobiltelefon benutzt, doch die Bezeichnung handy stammt aus der Unterscheidung zweier militärisch genutzter mobiler Funkgeräte von Motorola. Das Rucksackfunkgerät wurde Walkie-Talkie genannt, das Handsprechfunkgerät Handie-Talkie. Bereits im Mobilfunklexikon von Gusbeth (Franzis 1990) war zu lesen: „Handheld-Telefone (oder Handy)“, auch die im gleichen Verlag erschienene „Funkschau“ schrieb in Heft 1/1990 (S. 16): „Soll in den USA Konkurrenz durch NECP3-Mobiltelefon bekommen: Motorolas Handy ‚MictoTac‘“. Die Unternehmen Bosch und Hagenuk vertrieben ihre Mobiltelefone im Jahr 1993 ebenfalls als Handy. Es handelt sich also ursprünglich um die Kurzform einer Produktbezeichnung, die zwar aus dem englischsprachigen Raum stammt, dort aber nicht mehr gebräuchlich ist. Sie geht auf eine Umschreibung (handy = „handlich“) zurück. Im britischen Englisch spricht man von mobile phones, im amerikanischen Englisch von cell(ular) phones, wenn von Mobiltelefonen die Rede ist.
Andere Länder
Diese Entwicklung ist allerdings nicht auf Deutschland oder den deutschsprachigen Raum beschränkt. Seit Präsident Charles de Gaulle versucht man in Frankreich, den Einfluss von Anglizismen auf die französische Sprache – das sog. „Franglais“ – mit immer neuen Gesetzen einzudämmen, zuletzt durch die loi Toubon, benannt nach dem damaligen Minister für Kultur und die Frankophonie. Allerdings zeigt sich, dass solche Bemühungen selbst in einem zentralistischen Staat wie Frankreich in vielen Fällen vergeblich sind. Ähnliche Sprachschutzgesetze bestehen auch in Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowenien, Tschechien und Ungarn und werden in weiteren Ländern diskutiert. In den genannten Ländern beziehen sich die gesetzlichen Regelungen zum Teil nur auf die öffentliche Verwaltung, werden aber auch an den Verbraucherschutz gekoppelt, so dass z. B. Verträge und Bedienungsanleitungen immer auch in der Landessprache vorliegen müssen und nur die Fassung in der Landessprache Rechtskraft besitzt.
Diskussionsstand
Denglisch-Kritiker vertreten die Auffassung, dass man mit ein bisschen Nachdenken dieselben Dinge auch auf Deutsch ausdrücken könne. Zudem fordern einige Vertreter dieser Gruppe, es gelte die „Reinheit“ der deutschen Sprache vor äußeren Einflüssen zu bewahren.
Menschen, die dem Gebrauch englischer Begriffe gelassener gegenüberstehen, vertreten die Auffassung, viele Dinge könne man im Deutschen nicht ebenso gut ausdrücken. Zudem sei Sprache ein lebendiger Organismus, der ständigen Einflüssen und Veränderungen unterworfen sei, während der Versuch der „Reinhaltung“ ein Verharren beim Vergangenen sei. Außerdem gebe es überhaupt keine „reine“ Sprache: Seit man überhaupt von einer deutschen Sprache reden kann, steht diese in ständigem Kontakt mit verschiedenen europäischen Sprachen, denen sie Tausende von Wörtern entlehnt hat. Schließlich sei der Kampf gegen das Denglische eher ein Scheingefecht, da es eigentlich um allgemeinen Kulturpessimismus und einen latenten Antiamerikanismus gehe.
Denglisch-Befürworter halten es außerdem für positiv, dass neu entstandene Begriffe, etwa in der Technik, international einheitlich verwendet werden. Gerade im Internet fördere dies die Verständlichkeit. Für Menschen, die Fremdsprachen erlernen oder sprechen, stelle es eine große Erleichterung dar, wenn neue Begriffe (Neologismen) nicht übersetzt werden müssen. Wirtschaftsräume, die sich sprachlich dem vorherrschenden angloamerikanischen Sprachraum anpassen, genössen Wettbewerbsvorteile gegenüber isolierten Sprachräumen, was letztendlich Arbeitsplätze sichere.
Gemäßigtere Kritiker akzeptieren generell, dass sich mit wachsender Mobilität der Menschen auch die Sprachen vermischen. Sie geben aber zu bedenken, dass es der Alphabetisierung nicht gerade dienlich sei, wenn die bei Nichtmuttersprachlern durchaus geschätzte ziemlich lautgerechte Schreibung des Deutschen aufgeweicht werde, weil beispielsweise englische Wörter (wo es kaum eindeutige Beziehungen zwischen Schreibweise und Aussprache gibt) unverändert übernommen würden (siehe computer vs. „Kompjuter“ u. a.). Bei Begriffen aus Sprachen mit nichtlateinischen Schriften (z. B. Griechisch, Russisch, Japanisch) werde schließlich auch nicht die Originalschreibung beibehalten.
Leute, die dem Denglisch gelassen gegenüber stehen, unternehmen zum Teil den Versuch, Denglisch-Kritiker herabzuwürdigen, indem sie ihnen offenkundig unsinnige Übersetzungsversuche vorhalten bzw. unterstellen (motherboard = „Mutterbrett“). Denglisch-Kritiker hingegen versuchen, deutsche Wörter, die vor dem Auftreten eines bestimmten Anglizismus bereits vorhanden waren, weiter zu verwenden oder neu zu beleben bzw. Wörter zu finden oder zu erfinden, die stimmig und alltagstauglich sind (motherboard = „Hauptplatine“). Diese Vorgehensweise überzeugt dort, wo ein verständlicher Begriff gefunden wird. Puristen würden jedoch auch hier einwenden, „Platine“ könne kaum als ursprünglich deutsches Wort bezeichnet werden. Abgesehen davon können nicht alle dieser Versuche als gelungen bezeichnet werden, da es an allgemeiner Anerkennung und Verbreitung mangelt.
Vergleichbares in anderen Sprachen
- Englische Sprache in anderen Sprachen
- Franglais oder Franglish
- Spanglish
- Engrish
- Deutsche Sprache in anderen Sprachen
- Alemañol
Siehe auch
- Anglizismus
- Scheinanglizismus und Liste der Scheinanglizismen
- Apostrophitis
- Sprachkritik
- Übersetzungsfalle
- Falsche Freunde
- Neologismus
- Xenismus
- Sprachpflege
- Liste der Sprachvereine
Literatur
- Csaba Földes: „Deutsch und Englisch: Ein Sprachnotstand? Befunde und Anmerkungen“, in: Rudolf Hoberg (Hrsg.), Deutsch – Englisch – Europäisch. Impulse für eine neue Sprachpolitik, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich: Dudenverlag 2002, S. 341–367, ISBN 3-411-71781-5
- Walter Krämer: Modern Talking auf deutsch – ein populäres Lexikon [Mit 17 Zeichn. von Eva Krämer]. München; Zürich: Piper, 2000, 261 S., ISBN 3-492-04211-2
- Christian Meier (Hrsg.): Sprache in Not? Zur Lage des heutigen Deutsch. Hrsg. von Christian Meier im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zu Darmstadt. Göttingen: Wallstein Verlag, 1999, 112 S., ISBN 3-89244-341-6
- Thomas Paulwitz und Stefan Micko: „Engleutsch? Nein, danke! Wie sag ich's auf deutsch?“ Ein Volks-Wörterbuch, 2. Auflage, Erlangen und Wien, 2000, 132 Seiten, ISBN 3-00-005949-0, DM 14,50
- Uwe Pörksen (Hrsg.): Die Wissenschaft spricht Englisch? Versuch einer Standortbestimmung. Heftreihe „Valerio“ der DASD, Heft 1, Göttingen: Wallstein, 2005. 114 S., ISBN 3-89244-978-3
- Dr. Reiner Pogarell / Markus Schröder (Hrsg.): Wörterbuch überflüssiger Anglizismen,Paderborn: IFB Verlag Institut für Betriebslinguistik, 1999, 168 S., ISBN 3-931263-11-8
- Dieter E. Zimmer, „Neuanglodeutsch“, in: Ders., Deutsch und anders. Die Sprache im Modernisierungsfieber, Hamburg 1998, S. 7–104 ISBN 3-499-60525-2
Weblinks
- [http://www.vds-ev.de/denglisch/argumente Argumente für und wider Denglisch (Verein Deutsche Sprache e. V.)]
- [http://www.uebersetzungsfallen.de/index.html Übersetzungsfallen Englisch -> Deutsch]
- [http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,310548,00.html Denglisch in der Werbung: Komm rein und finde wieder raus] (Spiegel Online, 28.07.2004)
Kategorie:Anglizismus
Kategorie:Deutsche Sprache
Kategorie:Mischsprache
Britisches EnglischBritisches Englisch (British English, kurz BE oder BrE) ist die Bezeichnung für die Varietäten der englischen Sprache, wie sie auf den britischen Inseln gesprochen und unter der Bezeichnung British Standard English als Schriftsprache Verwendung findet.
Häufiger und in einem spezielleren Sinne bezeichnet man unter diesem Begriff die so genannte
"Received Pronunciation" (RP), die sich von den als Regional Standards genannten Sprachvarianten in Schottland, Wales und Irland unterscheidet.
RP ist ein Akzent, der mitunter, aber immer seltener, auch als "Queen's English", "King's English", "Oxford English" oder "BBC English" bezeichnet wird.
Dieser Akzent geht auf Merkmale der Aussprache im Südosten Englands zurück und galt bis vor einigen Jahren als diejenige englische Aussprachevariante, wie sie für gebildete Sprecher empfohlen wurde.
Received Pronunciation
Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen RP-Aussprachevarietäten: Conservative RP, General RP und Advanced RP.
"General Received Pronunciation" als Standardvariante auf den britischen Inseln
Bei seiner Beschreibung über die Aussprache des Englischen bezog sich der englische Phonetiker Daniel Jones auf RP als Referenzsystem. Er selbst sprach diese Sprachvariante und bezeichnete sie als eine Aussprache, die mit keiner bestimmten Region assoziiert werden könne. RP ist in dieser Hinsicht ein Soziolekt.
In seinem "English Pronouncing Dictionary" vermerkt Daniel Jones, dass die in seinem Buch benutzten Ausspracheregeln der Aussprache entsprechen, wie man sie in der Alltagssprache südenglischer Familien antrifft, deren Söhne die bekannten Internatsschulen (public boarding schools) besucht haben. Diese Aussprache hätten auch viele Sprecher angenommen, die nicht aus dem Süden Englands kommen und an diesen Schulen unterrichtet wurden. Auch die Mehrzahl der nicht an diesen Schulen ausgebildeten Sprecher aus den angesehenen Gesellschaftschichten würden RP benutzen.
Zur Verbreitung von RP trug vor allen Dingen die BBC bei, denn als Ansager wählte man grundsätzlich Sprecher mit diesem Akzent. RP wurde so zu einer Norm in der BBC.
Wenn auch die Variante des RP ihr Ansehen als Sprachnorm der Gebildeten und der Elite nicht verloren hat, so ist es aufgrund der wachsenden sozialen Mobilität, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch im Vereinigten Königreich entwickelte, doch mittlerweile nicht mehr zwingend, RP zu sprechen, um gesellschaftlich zu Ansehen zu kommen oder in bestimmten Bereichen arbeiten zu können. Seit Ende der 60er Jahre hat auch die BBC ihre Praxis geändert, so dass heutzutage Sprecher mit dialektal gefärbter Aussprache oder mit einem Advanced RP-Akzent im Fernsehen und im Rundfunk immer häufiger anzutreffen sind.
Charakteristik der "General Received Pronunciation"
RP gilt in Großbritannien nach wie vor als Referenzsystem für die Dialekte auf den britischen Inseln, aber auch für die anderen Varietäten der englischen Sprache. In Deutschland und in den meisten anderen Ländern Europas bildet RP die Grundlage des englischen Fremdsprachenunterrichts.
RP zeichnet sich hauptsächlich durch die folgenden charakteristischen Aussprachemerkmale aus:
Fremdsprachenunterricht
- RP unterscheidet zwischen (geschlossenen) gespannten und (offenen) ungespannte Vokalen, deren Länge sich nach dem Konsonanten richtet, der ihnen folgt. Vor stimmhaften Konsonanten und Sonoranten sind sie länger, vor stimmlosen Konsonanten werden sie kurz ausgesprochen, ohne allerdings dabei ihre Lautqualität zu verändern. Die vorderen Vokale sind generell ungerundet, die hinteren Vokale gerundet und die zentralen Vokale werden mit neutraler Lippenhaltung gesprochen.
- 'Aussprache des /r/ nur in prävokalischen und intervokalischen Positionen.
- intrusive /r/: Einschub eines /r/ an Silbengrenzen, wo zwei Vokale aufeinander treffen. Beispiel: law and order, wo zwischen law und and ein /r/ gesprochen wird.
- Unterscheidung zwischen palatalem /l/ und velarem /l/.
- Keine Unterscheidung zwischen behauchtem und unbehauchtem /w/ (Kein Unterschied bei der Aussprache des /w/ zwischen whale und Wales).
Nur wenige, meist ältere Menschen auf den britischen Inseln sprechen noch "Conservative RP", ein Akzent,
der sich durch eine äußerst distinguierte Artikulation auszeichnet. So wird behauchtes und unbehauchtes
/w/ unterschieden. Der Diphthong in home und der Vokal in lord werden geschlossener
ausgesprochen als in der General RP.
Advanced RP und Estuary English
Bereits Alfred C. Gimson, ein Schüler von Daniel Jones, konstatierte in den 60er Jahren eine "moderne" RP-Aussprache, die er Advanced RP nannte. RP war immer schon ein Akzent, der auf der Grundlage der südöstlichen Dialekte basierte. Advanced RP, der meist von jungen Leuten der höheren Schichten übernommen wurde, zeichnete sich nun dadurch aus, dass das gesamte Vokalsystem der von Daniel Jones beschriebenen "Conservative RP" offener wurde, und zwar indem die gesamte Artikulationsbasis offener wurde und letztlich nur eine Zentralisierung des gesamten Vokalsystems darstellte. Advanced RP war allerdings immer noch RP, und in den 60er Jahren hörte man nun diese moderene Sprechart in wachsendem Maße auch in den Medien.
Vor allen Dingen trug hierzu auch die Tatsache bei, dass das RP der "alten Leute" und der "Reichen" immer mehr als allzu sehr distinguiert (vornehm) und elitär empfunden wurde und Advanced RP dem britischen Understatement entgegenkam.
Da sich die südöstlichen Dialekte Englands generell durch einen offenere und laxere Aussprache auszeichneten, beinhaltete ein "Advanced RP"-Akzent die Tendenz, den Dialekten wie z. B. dem Cockney und dem Dialekt in Essex ähnlich zu werden. Der Vokal in good wurde entrundet und die Vokale in see und mood wurden nun leicht diphthonghiert, während die Diphthonge selbst etwas gelängt wurden. Auch die Intonation des "RP", die ohne Zweifel "südostenglisch" war, tendierte immer mehr in Richtung der südöstlichen Dialekte.
1984 prägte David Rosewarne, ein Englischlehrer, der Ausländer unterrichtete, den Begriff Estuary English, das er als eine Sprachvariante bezeichnete, die als eine Vermischung typisch südöstlicher Aussprachemerkmale mit RP beschrieben werden kann, also als eine Art Mittelding zwischen dem Londoner Akzent (Cockney) und RP. Es handelt sich hier genauer um eine Weiterentwicklung des Advanced RP und um einen Akzent, der auf den britischen Inseln von immer mehr Menschen als modernes Standardenglisch angesehen wird und von ihnen in wachsendem Maße als Akzent angenommen wird.
Die Merkmale des Estuary English sind:
- Knacklaut ("Glottal Stop") als Ersatz für /t/ zwischen Vokal und Wortsilbengrenze.
- Ersetzung des dunklen /l/ durch /o/, so genanntes "L-Vocalization"
- Ersetzung von /tj/ und /dj/ durch [] und [] ("tune" und "dune" werden wie [] und [] ausgesprochen.
Unterschiede zwischen dem britischen und amerikanischen Englisch
Vergleicht man das amerikanische Englisch (AE oder GA/General American) mit dem britischen Englisch (BE), dann darf nicht übersehen werden, dass es sich um ein und dieselbe Sprache handelt. Das Englische ist in dieser Hinsicht eine plurizentrische Sprache. Die Unterschiede zwischen den beiden Großvarianten liegen im Vokabular, in der Grammatik, bei den orthographischen Regeln und in der Aussprache. Diese Unterschiede, insbesondere im Bereich der Grammatik, aber auch beim Vokabular, sind jedoch nicht mehr als Tendenzen hinsichtlich der Gebrauchshäufigkeit der Erscheinungen in der jeweiligen Varietät des Englischen.
Grammatikalische Unterschiede zwischen BE und AE
In grammatischer Hinsicht sind die Unterschiede zwischen den beiden Großvarianten des Englischen gering.
Hervorstechend ist hier die Behandlung der Verben have und get:
Im britischen Englisch besteht beim Verb have in der Bedeutung von "haben, besitzen" die Möglichkeit zwischen Hilfsverb und Vollverb zu unterscheiden, so dass der Beispielsatz Has he (got) any children? ("Hat er Kinder?"), in der es um einen dauernden "Besitz" geht, mit dem Beispielsatz Do you have a letter from her? ("Hast du einen Brief von ihr?") kontrastiert. Im amerikanischen Englischen wird in beiden Fällen eine Umschreibung mit to do bevorzugt. Auch ist have got in Nordamerika unüblich.
Das Partizip des Verbes get besitzt im amerikanischen Englisch neben der Form got die Form gotten, die im britischen Englisch untypisch ist: She has gotten a new child ("Sie hat soeben ein Kind bekommen").
Das Amerikanische hat im Vergleich zum Englischen einige regelmäßige Verbformen wie burned, smelled, learned, während man in England burnt, smelt und learnt bevorzugt.
Unterschiede im Vokabular zwischen BE und AE
Folgende Tabelle gibt eine Auswahl von Begriffen wieder, die im britischen und amerikanischen Englisch mit unterschiedlichen Vokabeln bezeichnet werden.
Siehe: Englische Wikipedia
Schichtung des Englischen auf den britischen Inseln
Britische Dialekte des Englischen
Bis in die jüngste Vergangenheit war, mit Ausnahme einiger Gegenden in England, dialektale Sprechweise
ein Makel.
Die Mundart verriet "Unbildung" und galt als Hindernis im gesellschaftlichen Fortkommen.
Anders als im Deutschen, wo der Dialekt oder regional gefärbte Aussprache in den meisten Fällen nicht
als sozialer Makel aufgefasst wird und die Dialektliteratur eine lange Tradition hat, litten die
englischen Dialekte lange unter diesem gesellschaftlichen Stigma.
Die altenglischen Dialekte lassen sich grob in eine nördliche, eine westliche und eine südöstliche
Großvariante einteilen. Kennzeichen der nördlichen Dialekte (Midlands, North) ist die Realisierung
des im Süden Englands üblichen Lautes [ʌ] wie beispielsweise in but, cut als [ʊ] und [æ] wie beispielsweise in back, sad als [a]. Der Westen zeichnet sich dadurch aus, dass das r in allen Positionen gesprochen wird (sogenannte rhotische Akzente).
rhotische Akzente
- North
- Northeast
- Northumberland
- Durham
- Humberside
- Central North
- Cumbrian
- Yorkshire
- Lancashire
- Midlands
- Merseyside
- Scouse
- Central Midlands
- Derbyshire
- Northeast Midlands
- Nottinghamshire
- North Lincolnshire
- East Midlands
- Leicestershire
- South Lincolnshire
- Rutland
- West Midlands
- Black Country
- Birmingham (Brummie)
- Northwest Midlands
- Manchester
- Staffordshire
- Cheshire
- East
- East Anglia
- Norfolk
- Suffolk
- South Midlands
- Northamptonshire
- Cambridgeshire
- South
- South East
- Estuary English (London, Essex)
- Cockney
- Kentish
- Surrey, Sussex
- Upper South West
- Gloucestershire
- Worcestershire
- Herefordshire
- Shropshire
- Warwickshire
- Central South West
- Bristol
- Oxfordshire
- Berkshire
- Somerset
- Wiltshire
- Lower South West
- Devon
- Cornwall
- Schottische Dialekte des Englischen
- Walisisches Englisch
- Irisches Englisch
- Nordirland
- Mid Ulster English
- Ulster Scots
- Republik Irland
- Dublin
- Cork
- Limerick
- Kerry
- Donegal
- Cavan
UK Slang - Britischer Slang
Slang gilt als einzigartig und als eine besondere Eigenart des Englischen. Tatsächlich ist dieser nicht nur dem Englischen vorbehalten. Die theoretische Beschäftigung mit ihm hat allerdings in den USA und in England bereits früher als in manchen anderen Ländern begonnen.
Slang ist unterhalb der informellen Umgangssprache (informal speech), aber oberhalb des Cant angesiedelt. Slangwörter sind meist sehr kurzlebig.
Man unterscheidet gruppenspezifischen Slang (Jugendslang, Computerslang und so weiter) vom allgemeingültigen Slang, der überall in der englischsprachigen Welt verstanden und benutzt wird.
Dieser allgemeine Slang umfasst Slangwörter, die sich länger halten als das durchschnittliche Slangwort, und die im Begriff sind, in den Bereich der informellen Umgangssprache "aufzusteigen", insbesondere dann, wenn es sich nicht um Vulgärausdrücke handelt.
Bei den folgenden Ausdrücken handelt es sich um typisch britische langlebige Slangwörter, die von Amerikanern oft nicht verstanden werden:
- Adam and Eve (believe)
- berk (Idiot)
- bollocks (Hoden, Unsinn)
- bunged up (erkältet)
- barmy (dämlich)
- dotty (doof)
- decko (have a decko = mal eben nachschauen)
- dead on (genau)
- fanny (Vagina)
- flash (angeberisch ausschauend)
- gamp (Regenschirm)
- gob (Mund)
- goolies (Hoden)
- grotty (eklig)
- knackered (erschöpft)
- lolly (Geld)
- loo (Klo)
- Marks and Sparks (Marks & Spencers, Textilwarenhaus)
- mate (Kumpel)
- moggie (Kätzchen)
- naff off ("abhauen")
- natter ("plappern")
- nick (klauen)
- nipper (kleiner Junge)
- odds and sods (allerlei Kleinigkeiten)
- poofter (Schwuler)
- prole (Arbeiter)
- randy (sexuell erregt)
- togs ("Klamotten")
- whacked (müde, erschöpft)
Oft kann es sogar zu Missverständnissen kommen: wenn eine Engländerin den amerikanischen Angestellten an der Rezeption des amerikanischen Hotels darum bittet, am nächsten Morgen geweckt zu werden und dabei die für sie unverfänglichen Worte knock up (aufwecken) benutzt, so wird der Amerikaner ziemlich konsterniert sein, da für ihn knock up ein Slangausdruck ist und er ihn mit ganz anderen Dingen assoziiert.
Literatur
- Daniel Jones: The Pronunciation of English, 1956
- Daniel Jones: English Pronouncing Dictionary, 1998, ISBN 0521425867
- A. C. Gimson: An Introduction to the Pronunciation of English, 1980, ISBN 0713162872
- Alan Cruttenden: Gimson's Pronunciation of English, 2001, ISBN 0340759720
- Roland Arnold,Klaus Hansen: Englische Phonetik, 1996, ISBN 3324003490
- Karl Hubmeyer: Lautveränderungen im gegenwärtigen Englisch. Eine experimentalphonetische Studie zur lautlichen Performanz der "Received Pronunciation", 1980, ISBN 3853694276
Weblinks
- [http://www.natcorp.ox.ac.uk British National Corpus]
- [http://www.peak.org/~jeremy/dictionary/ The British American Dictionary]
- [http://europa.eu.int/comm/translation/writing/style_guides/english/style_guide_en.pdf Richtlinien der Europäischen Kommission zur englischen Sprache]
- [http://www.collectbritain.co.uk/collections/dialects/ Sprachbeispiele englischer Dialekte und Akzente]
- [http://www.englisch-hilfen.de/words/be-ae.htm Listen British - American English - Deutsch] und [http://www.englisch-hilfen.de/exercises_list/verschiedenes.htm Übungen]
- [http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-unterschiede-uk-us-a-f&englisch-lernen=lernhilfen&var=2 Englisch lernen - Unterschiede zwischen British und American English]
Kategorie:Anglistik
Kategorie:Englischvariante
Kategorie:Großbritannien
simple:British English
Australisches EnglischAustralisches Englisch folgt sprachlich im wesentlichen dem »Commonwealth English«, also dem in England gesprochenen Englisch und dem dort üblichen Sprachgebrauch in den Commonwealth-Staaten.
Jeder dieser Staaten hat jedoch dabei seine nationalen Eigenheiten, bedingt einerseits durch die Herkunft der Einwanderer und der von ihnen mitgebrachten Sprachen und Dialekte, zum anderen durch die Sprache der ursprünglichen Einwohner der jeweiligen Länder.
Da Australien in der Anfangszeit sehr viele Bewohner irischer Abstammung hatte, die zudem wegen der vorwiegenden Nutzung als Strafkolonie aus unteren Gesellschaftsschichten kamen, unterscheidet sich die Aussprache recht deutlich vom »Standardenglisch«, auch »BBC English« genannt, wie es zum Beispiel an europäischen Schulen gelehrt wird.
Dies geht bis zur Veränderung im Wortschatz. Beispiele hierfür sind die Bezeichnung »Strine« für die Sprachvariante selbst - eine Kontraktion von »Australian« -, die Verkürzung von »Australia« zu »Oz« oder der Alltagsgruß »G'Day« statt »Good Day«.
Einige Begriffe, die mit dem Land selbst in Verbindung stehen, haben sich ebenfalls speziell in Australien entwickelt. So sind »Outback« und »Bush« Begriffe, die speziell durch das Land außerhalb der Städte geprägt wurden. »Walkabout« und »Dreamtime« sind übersetzte Begriffe aus der Kultur der Ureinwohner, der Aborigines, aus deren Sprache zudem Begriffe übernommen wurden wie »Kangaroo«, »Didgeridoo«, »Boomerang« oder »Billabong« (Gewässer).
Die größten Ähnlichkeiten weist das australische Englisch mit dem neuseeländischen Englisch auf. Gewisse Bezüge zum Londoner Cockney lassen sich ebenfalls feststellen. Beispielsweise lieben Australier den dort entstandenen Rhyming Slang.
Darüber hinaus sind aber insbesondere in der Schreibung auch viele Varianten aus dem US-amerikanischen Englisch neben der britischen Orthografie erlaubt, zum Beispiel »behaviour« / »behavior« oder die Endungen »-ize« / »-ise«. Und auch im Vokabular finden sich Beispiele aus beiden großen Varianten.
Weitere Beispiele
- »Afferbeck Lauder« - alphabetical order
- »Yagunna avashowr?« - Are you going to have a shower?«
- »bastard« (gesagt mit langem erstem »a«) - reicht in der Bedeutung vom »Schweinehund« bis zum »Schlingel«, je nach Verwendung, Betonung und beteiligten Personen
- »mate« - Kumpel; kann sowohl der echte kumpelhafte Freund, als auch die lockere Ansprache eines unbekannten Passanten sein: »Ay, mate, gorra ciggy?« (deutsch: "Ey, Kumpel, haste mal 'ne Kippe?")
Bemerkenswert ist die sehr blumige, häufig drastische Ausdrucksweise. Flüche und Schimpfwörter werden in reichlicher Menge verwendet, dürfen allerdings oft nicht als solche angesehen werden - oft sind sie nur eine Steigerungsform.
Vermutlich sind in keiner anderen Ecke der Welt ähnlich viele einfallsreiche Umschreibungen entstanden für Tätigkeiten wie sich-sinnlos-betrinken oder sich-hinterher-übergeben-müssen.
Australier lieben Diminutive und schrecken vor kaum einer Abkürzung zurück.
Beispiele: »Chrissie« für Christmas (Weihnachten), »barbie« für barbecue (Grillfest), »cardie« für cardigan (Strickjacke), »garbo« für garbage man (Müllmann), »hubbie« für husband (Ehemann), »lippie« für lipstick (Lippenstift) etc.
Weblinks
- http://goaustralia.about.com/cs/language/a/strinea.htm
- http://www4.tpg.com.au/users/bev2000/strine2.htm
Literatur
The Dinkum Dictionary - a ripper guide to Aussie English by Lenie (Midge) Johansen, Claremont, ISBN 1-85471-920-3
Kategorie:Englischvariante
Kategorie:Australien
Neuseeländisches Englisch
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Neuseeländisches Englisch bezeichnet den englischen Akzent, der in Neuseeland gesprochen wird.
Neuseeländisches Englisch ähnelt dem australischen Englisch in der Aussprache. Der einzige Unterschied zwischen der neuseeländischen und britischen Rechtschreibung liegt wahrscheinlich bei der Endung "-ise" beziehungsweise "-ize". Neuseeländer verwenden ausschließlich die Endung "-ise", während Briten beide benutzen, wobei einige britische Wörterbücher und Stilfibeln die Endung "-ize" bevorzugen.
Viele neuseeländischen Bezeichnungen zur Beschreibung der Umwelt, besonders der Flora und Fauna, sind aus der Sprache der indigenen Maori entliehen und einige andere Maoriwörter sind mittlerweile fester Bestandteil des neuseeländischen Englischs.
1998 hat die Oxford University Press ein Wörterbuch des neuseeländischen Englisch (Dictionary of New Zealand English) publiziert, das nach Angabe des Verlags auf einer mehr als 40-jährigen Forschung basiert.
Die Forschung begann mit der Doktorarbeit von Harry Orsman 1951 und wurde fortgeführt mit seiner Veröffentlichung dieses Wörterbuches als verantwortlicher Redakteur. Um diese Arbeit fortzuführen und um das Werk zu aktualisieren, wurde 1997 das Neuseeländische Wörterbuchzentrum (New Zealand Dictionary Centre) gegründet.
Maorieinfluss
Vokabular
Die meisten Namen der einheimischen Pflanzen- und Tierwelt sind direkt dem Maori entnommen.
Bekanntestes Beispiel ist wohl der Kiwi, aber auch andere einheimische Vögel wie der Kea, Kakapo, Tui, Pukeko, der ausgestorbene Moa sowie der als Kotuko bekannte Silberreiher oder der als Hoiho bekannte Gelbaugenpinguin zeugen von dem deutlichen Einfluss, ebenso wie die Fische Hoki, Kahawai und Terakihi oder die Muscheln Toheroa und Paua.
Auch die meisten Bäume haben aus dem Maori stammende Namen, wie zum Beispiel Kauri, Rimu, Totara, Kowhai, Matagouri un | | |